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Lernumgebungen

Die sechs entscheidenden Parameter für die Gestaltung von Schulen

64 Millionen europäische Kinder verbringen, abgesehen von ihrem Zuhause, an keinem anderen Ort mehr Zeit als in ihrer Schule. 

Bei insgesamt ungefähr 200 Schultagen pro Jahr entspricht dies, auf die Dauer der Grundschulzeit gerechnet, fast einem ganzen Jahr, das im Klassenzimmer verbracht wird¹. Es stellt sich also die drängende Frage: Wie können wir diese Klassenzimmer so gestalten, dass sie eine gesunde Umgebung schaffen und einen positiven Einfluss auf die Lernergebnisse haben?

Hinzu kommt, dass Europa und Großbritannien in den nächsten Jahren einen erneuten Boom beim Bau und der Renovierung von Schulen erleben werden, wie er zuletzt in den 1970er-Jahren vorkam. Hierin liegt für Architekten, Planer und Pädagogen eine großartige Chance, neu zu definieren, was eine Bildungseinrichtung leisten muss und wie die Gestaltung dazu beitragen kann, das Lernen positiv zu unterstützen.

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Neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse

Jüngste Studien von Professor Peter Barrett und seinem Team von Schuldesign-Experten an der University of Salford in Manchester, Großbritannien, belegen nun, dass gut konzipierte Grundschulen die schulischen Leistungen von Kindern in den Bereichen Lesen, Schreiben und Mathematik erheblich steigern können.

Ihre bahnbrechende Studie, das sogenannte „Holistic Evidences and Design (HEAD)-Projekt“², kam zu dem Schluss, dass Unterschiede in den baulichen und räumlichen Eigenschaften von Klassenzimmern für bis zu 16 % der Unterschiede im Lernfortschritt verantwortlich sind. Die Studie wurde über die Dauer von einem Jahr an 3766 Schülern durchgeführt. Die einfache Erkenntnis: Je besser das Klassenzimmer gestaltet ist, desto besser ist die akademische Leistung der Kinder.

Wichtige Gestaltungselemente

Die in der HEAD-Studie dargestellten Ergebnisse zeigen, dass bestimmte Parameter wesentlich zur Verbesserung des Lernens im Klassenzimmer beitragen. Diese sind:

  • Tageslicht
  • Luftqualität
  • Akustik
  • Temperatur
  • Gestaltung des Klassenzimmers
  • Stimulation

Die Besonderheit der Studie ist, dass diese erstmals eindeutige Belege für das ganzheitliche Zusammenwirken der unterschiedlichen Aspekte der Lernumgebung anhand realer Situationen liefert. Bisherige Studien konnten jeweils nur spezifische Einzelaspekte wie beispielsweise die Luftqualität und/oder isolierte Situationen auswerten. Die Auswertung des Zusammenspiels aller gestalterischen Kriterien gibt nun wissenschaftlich fundierte Entscheidungsmöglichkeiten für die Planung von zukünftigen Bildungsstätten. Drei Jahre lang führten die Forscher des HEAD-Projekts hierfür detaillierte Erhebungen von Leistungsstatistiken der Schüler in 153 Klassenräumen an 27 sehr unterschiedlichen Schulen durch. 

Die Bedeutung sensorischer Faktoren

Der Erfolg der Studie resultierte aus der Berücksichtigung einer Vielzahl von sensorischen Faktoren und der Verwendung statistischer Multilevel-Modelle, um die Auswirkungen des Klassenzimmerdesigns von anderen Faktoren, wie beispielsweise den Schülern selbst und ihren Lehrern, zu isolieren.

Die Forscher kamen zu folgendem Ergebnis: „Überraschenderweise scheinen gesamtschulische Faktoren (z. B. Größe, Wegebeziehungen, spezielle Einrichtungen, Spielplätze) nicht annähernd so wichtig zu sein, wie die Gestaltung der einzelnen Klassenräume. Die Botschaft ist also, dass jedes Klassenzimmer gut gestaltet sein muss."

Lesen Sie weiter, um mehr darüber zu erfahren, wie Sie die Ergebnisse der HEAD-Studie bei Ihren nächsten Bildungseinrichtungsprojekten praktisch einsetzen können.

Weiterhin macht es natürlich auch Sinn, die Ergebnisse zur Gestaltung optimaler Lernumgebungen auch auf andere Gebäude und Nutzungen zu übertragen, die eine hohe Konzentration und effiziente Tätigkeit erfordern – wie beispielsweise Bürogebäude und Arbeitsstätten.

Quellen

  1. SINPHONIE final report
  2. Clever Classrooms – Summary Report of the HEAD Project 

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